New York, New York
17 05 2010Nachdem ich bereits soviel gelesen und gehört habe über DIE Weltmetropole im Osten der USA, stand nun endlich auch für mich der erste Besuch von New York City auf dem Programm. Hier beginnt meine zweite USA-Reise in diesem Jahr; dieses Mal allerdings habe ich ein Opfer gefunden, welches mich für drei Wochen durch den östlichen Teil der Vereinigten Staaten begleitet. Da diese Person – verständlich, bei dem was alles bereits so geboten wurde – unerkannt bleiben will, wird in den folgenden Zeilen sowie allen weiteren Artikeln einfach das Pseudonym André verwendet.
Unsere Reise begann bereits mit einigen Hindernissen. Wurde der Flug von Zürich nach Paris noch ohne Probleme gemeistert, mussten am Charles-de-Gaulle-Airport bereits die unglaublich guten Französisch-Kenntnisse hervorgegraben werden. Der isländische Vulkan mit dem unaussprechbaren Namen hatte ganze Arbeit geleistet und in Paris, wo unser Flugzeug nach New York starten sollte, herrschte Chaos. Zwar hätte ich einen Platz im Flugzeug gehabt, doch André hätte erst Stunden später starten können. Irgendwann einigten wir uns mit der Fluggesellschaft auf zwei Plätze in einem späteren Flugzeug, und als wir dafür mit EUR 300 pro Person entschädigt wurden, war der Ärger auch nicht mehr ganz so gross.
Mit sieben Stunden Verspätung wurde New York dann erreicht und im Vergleich zum letzten Mal musste man auch bei der Immigration nicht anstehen. Auf dem Weg zum Gepäckband erspähte ich meinen Namen auf einer grossen Informationstafel mit dem Hinweis, ich solle mich doch bei einem Mitarbeiter melden. Das verhiess nichts Gutes. Man beschied mir, dass mein Gepäck irgendwo falsch abgebogen sei und ich mich beim nächsten Schalter der Fluggesellschaft (ja, ok, hier ist der Name: AIR FRANCE) melden solle. Mein Reisepartner konnte sein Glück kaum fassen, dass nur mein Gepäck nicht da war, doch als auch das letzte Gepäckstück auf dem Rollband seinem Koffer überhaupt nicht glich, war auch diese Freude vorbei. Wir beide in New York, mein Gepäck angeblich noch in Paris, Andrés Gepäck momentan unauffindbar. Mit diesem Status machten wir uns nach einem langen Tag auf Richtung Hotel, wo wir ca. 25 Stunden nach Tagwache endlich ankamen.
Gleich am ersten Morgen wurde das Empire State Building angesteuert, das zurzeit höchste Gebäude New Yorks. Von der 102. Etage (ca. 370 Meter über Boden) hat man einen umwerfenden Ausblick über ganz Manhattan und New York. Nur dumm, dass wir nicht die Einzigen mit dieser Idee waren und so dauerte der Besuch doch ein wenig länger als geplant. Egal, die Aussicht und eine Mitgliedschaft im „Elite 102 Club“ entschädigt für alles. Der Rest des Tages wurde dann dem Erkunden der Region rund um den Times Square sowie dem Shopping gewidmet. Die nicht angekommenen Gepäckstücke bescherten uns je $100, welche wir auf Kosten der Fluggesellschaft in neue Kleider investieren durften. Nichts einfacher als das. Am Abend stand dann echte amerikanische Kultur auf dem Programm: ein Baseball-Spiel. Besucht wurde die Partie zwischen den New York Mets und den Washington Nationals. Spätestens da bereute ich, dass ich anstatt einer Jacke – ich denke für solche Fälle wären die $100 eigentlich gedacht gewesen – ein paar Shorts und T-Shirts gekauft habe. Tja, selbst schuld. Coolness geht natürlich vor Wohlbefinden. War schon immer so.
Nach dem obligaten Frühstück im Starbucks (Starbucks hier, Starbucks da, Starbucks, Starbucks, Starbucks – I’m lovin it) ging es am Dienstag auf zu den nächsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Ground Zero, New York Stock Exchange, Freiheitsstatue, Central Park… Es gibt soviel zu sehen, dass wir ein ziemlich gedrängtes Programm hatten und ehe wir uns versahen, war es bereits Mittwoch. Immerhin waren wir inzwischen im Besitz unseres Gepäcks.
Aufgrund der Wetterprognosen haben wir für diesen Tag den Museumsteil eingeplant (ja, liebe Leute, wir haben geplant). Überhaupt sollte dieser Tag der sogenannte „Kulturtag“ werden. Da ich mich am Morgen fühlte, wie wenn ich noch 20 wäre, entschied ich mich kurzerhand für Jogging im Central Park. Dies hat zwar rein gar nichts mit Kultur zu tun und ich denke nicht, dass dies jemanden interessiert, aber es ist doch so aussergewöhnlich, dass es hier Erwähnung finden muss. Weitere Details wie dass ich nach 30 Minuten bereits wieder zurück war (inkl. Starbucks), bei meinem noch im Bett liegenden Mitreisenden, lasse ich hier mal unerwähnt.
Der wahre Kulturtag sollte in einem Museum starten, vor dessen Eingang die Schlange so ziemlich der Strecke entsprach, die ich bei meinem Morgenlauf zurückgelegt hatte. So wurde kurzfristig umgeplant und das berühmte Guggenheim-Museum angesteuert. Hey, war das interessant. Abersowasvon. Noch nie in unserem Leben haben wir $18 sinnvoller ausgegeben. Um möglichst schnell zu vergessen, machten wir uns gleich auf ins Metropolitan Museum of Art, dem grössten Kunstmuseum der Vereinigten Staaten. Der Vorteil: Da es so gross ist, hatte es doch einige Sachen, welche auch meinem Geschmack entsprachen. Nach diesen Eindrücken beschäftigten wir uns noch den ganzen Nachmittag mit kontemporärer Fotokunst und vielleicht sind einige dieser hochqualitativen Werke schon bald an dieser Stelle zu bestaunen. Der Kulturtag fand seinen Höhepunkt dann im Besuch des Green-Day-Musicals (was es nicht alles gibt!) am Broadway. Die Musik war ganz nett, die Story FF. Den Abend liess man dann ganz newyorkerisch in einigen der unzähligen Jazzclubs in NYC ausklingen.
Da unser Hotel, trotz 27 Etagen, komplett ausgebucht war und man unserem Wunsch für eine Verlängerungsnacht nicht entsprechen konnte, war der vierte Tag bereits unser letzter in New York. Da der Vorabend nicht allzu kurz war, fiel das Aufstehen dementsprechend schwer und man verliess das Hotel nicht vor dem Mittag. Nachdem die letzten Must-Sees-and-Dos abgehakt wurden, blieb eben noch Zeit, um die grandiose Gala des FC Luzern gegen den BSC YB live im TV (Internet) mitzuerleben. Es soll hier nochmals geschrieben stehen: EUROPAPOKAL!!
Dies war dann so ziemlich die letzte Tat in New York. Die Stadt wäre gross genug gewesen um noch einen, zwei, drei oder auch hundert Tage anzuhängen, doch warten noch weitere Perlen auf uns. Bevor es in Richtung Florida geht, werden wir noch in der Geschichte der USA wühlen und ein paar historische Stätten besuchen. Hier erfährt man bald mehr.
Eine Runde Bier im Gersag: 30 CHF
FCL-Saisonkarte: 286 CHF
Reise nach Armenien: 1000 CHF
SMS von Zwiller bekommen, dass er lieber in Emmenbrücke als in New York wäre: UNBEZAHLBAR
klingt unterhaltsam 🙂
Finds aber schon a bit cheeky, dass ihr im met wart- da wollte ich schon immer (naja, sicher schon seit drei Jahren…!) mal hin. Hoffe schwer, dass ihr die tollen Werke von Pollock und Miró gesehen habt…